Home Vorstand Mitglieder Was gibt´s neues? Termine Chronik Maikönigspaare Burschenlied Fotos / Videos Archiv Links Gästebuch BVE Maimädchen Forum Umfrage Wenn wat is

 Chronik des Burschenvereins Ehlscheid 

 

 

Im Januar des Jahres 1919 tobten in Berlin nach der Abdankung des Kaisers und dem  verlorenen ersten Weltkrieg revolutionsähnliche Aufstände. Arbeiterräte wurden gebildet und lieferten sich in den Gassen der Hauptstadt Scharmützel mit zusammen gewürfelten Heeresverbänden.

Jedoch hatte man in unserem rheinischen Raum einige andere Sorgen als Revolution und Gegenrevolution. Scharenweise hungernder Städter und Tagelöhner zogen über die Dörfer und boten ihre Dienste und Schmuggelware für ein paar Eier und Kartoffeln an.

Doch selbst hier auf dem Land hatte man kaum genug, um den eigenen Hunger zu stillen. So war es auch kein Wunder, dass die "Hamsterer", wie diese Leute damals genannt wurden, nicht gerne gesehen waren.

Die ohnehin angespannte Lage verbesserte sich auch nicht, als 350 berittene amerikanische Soldaten in Ehlscheid einrückten und sich in Privathäusern und in die alte Schule einquartierten. Dabei muss man bedenken, dass in Ehlscheid selbst zu diesem Zeitpunkt nur rund 250 Menschen lebten.

Eine Klage nach der anderen wurde gehalten, in denen man sich über die Aufführungsweise der Besatzer und deren liederliches Betragen beschwerte. Dazu kamen noch die allabendlich stattfindenden Trinkgelage, zu denen weitere amerikanische Soldaten aus den Nachbargemeinden eingeladen wurden. Dieses war nun nicht gerade der angenehmste Umgang für die heranwachsende Dorfjugend und erstrecht kein Beispiel für einen jungen Mann gleichen Alters.

Aus diesem Grund beschloss man, den zu Kriegsbeginn 1914 aufgelösten Burschenverein zu neuem Leben zu erwecken. Leider kann man heute nicht mehr das genaue ursprüngliche Gründungsjahr feststellen, da alle Vereinsunterlagen und Akten in den Wirren des Krieges abhanden gekommen sind. Erzählungen lassen aber auf Ende des 19. Jahrhunderts schließen, immerhin rund 20 Jahre älter wie lange vermutet, zählte man ja lange die Wiedergründung 1919 als Hautgründungsjahr.

   

Der Hauptzweck, der Neugründung aber war es, die Dorfjugend zu anständigen Bürgern zu erziehen. Sie sollten die Kameradschaft untereinander pflegen und dem Alter mit Achtung begegnen. Alles, was dem Ruf der "Bruderschaft" untereinander schadete, wurde mit einer Geldstrafe geahndet. Zudem sollten die Jugendlichen durch gutes Betragen erzieherisch aufeinander wirken. Dem nächsten sei mit Ehrsamkeit zu begegnen, der Verkehr in schlechten Häusern oder mit schlechten Weibern sei verboten. Es sollten keine unnützen Reden geführt werden.

Als erste Mitglieder nach der Neugründung sind bekannt:

Julius Etscheid, Ernst Gans, Karl Geimer, Gustav Herzog, Karl Jost, Ernst Kleinmann, Heinrich Kleinmann, Wilhelm Kleinmann, Richard Krug, Willi Krug, Karl Mohr 1, Karl Mohr 2, Wilhelm Muscheid, Karl Rämer, Julius Runkel, Ernst Schmidt.

In den folgenden Jahren wurde ihnen die organisatorische Durchführung der Kirmes übertragen die damals noch bis in die 60´er im "alten Saal"  des Gasthauses Krug stattfand. Während des zweiten Weltkrieges ruhte die Vereinstätigkeit. Am 05. März 1946 nahm der Verein mit 19 Burschen: Helmut Lück, Werner Petry, Reinhold Haag, Günter Krug, Günter Runkel, Reinhold Lück, Walter Lück, Artur Seuser, Günter Klappert, Heinz Mohr, Kurt Krug, Fritz Philippi, Werner Runkel, Walter Runkel, Wilfried Puderbach, Werner Haag, Ewald Michel, Helmut Gans und Erich Kurz seine Tätigkeit wieder auf und wurde von der damaligen Militär-Regierung am 24.10.1946 aufgenommen.

Im Jahre 1956 gab es in den damaligen Ämter Rengsdorf und Heddesdorf wieder 21 Burschenvereine. Am 10. Juni 1956 schlossen sich 11 Burschenvereine zu dem "Bund der vereinigten Burschen" der Ämter Rengsdorf und Heddesdorf zusammen. Diese Vereine waren: Torney, Wollendorf, Gönnersdorf, Hüllenberg, Segendorf, Melsbach, Rengsdorf, Bonefeld, Jahrsfeld, Oberraden und Ehlscheid.

Auf der Jahreshauptversammlung des Jahres 1958 wurde von den den Mitgliedern beschlossen, sich eine Fahne anzuschaffen. Hierzu gingen an diverse Fahnenfabriken Anfragen. Den Zuschlag erhielt die "Bonner Fahnenfabrik" als preisgünstiger Anbieter für den Betrag von 800,- DM.

Vom 23. bis 25. Mai 1959 fand das zweite Burschenfest nach dem 2. Weltkrieg anlässlich des 40-jährigen Jubiläum der Wiedergründung unter Mitwirkung der Burschenvereine aus Niederbieder, Gönnersdorf, Meinborn, Torney, Wollendorf, Hüllenberg, Altwied, Hardert, Melsbach, Rengsdorf, Bonefeld, Oberraden, Fahr, Anhausen, Jahrsfeld, Niederbreitbach und Niederhonnefeld statt.

Dieses Fest war auch gleichzeitig der Bundesburschentag. Die ganze Veranstaltung fand im Saal des Gasthauses "Krug" statt und begann mit einem Kommersabend mit Ansprachen der Ehrengäste. An diesem Abend wurde auch die neu angeschaffte Fahne geweiht. Der Abend endete mit einem zünftigen Tanz.

Der nächste Tag begann mit einem Waldgottesdienst mit anschließender Kranzniederlegung am Ehrenmal. Gegen Mittag wurden dann die Gastvereine empfangen, mit denen man den Festzug durchführte. Anschließend wurde zum großen Festball geladen. Montags ging es dann zum Frühschoppen und danach direkt zum Dorfabend.

Schon im Jahre 1960 zeigte es sich immer deutlicher, dass die Kirmes verschoben werden musste, da sich am 1. Wochenende im  September noch sehr viele Kurgäste im Ort befanden und man die Kirmes nicht so feiern konnte, wie es nach altem Brauch und Sitte immer schon war.

Am 25.02.1961 wurde von den Mitgliedern beschlossen, die Kirmes um 2 Wochen nach hinten zu verschieben, um Schwierigkeiten der letzten Jahre aus dem Weg zu gehen. Die Verschiebung wurde bei der Gemeinde beantragt.  Die Kirmes findet nun seit diesem Jahr am 3. Wochenende im September statt.

Im Jahre 1976 wurde sich erstmals als Verein durch ein einheitliches Kleidungsstück , damals ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Burschenverein Ehlscheid", kenntlich gemacht.

Der Burschenverein Ehlscheid richtet seit nun mehr 25 Jahren das schon zur Tradition gewordene Frühlingsfest aus. Die Geschichte des Frühlingsfest beginnt jedoch eher traurig im Jahre 1984 , da das von 1980 an von den Burschen ausgerichtete Waldfest, welches wiederum anstatt der bis dahin üblichen "Nachkirmes" gefeiert wurde, immer weniger Besucher aufweisen konnte.

Das mag wohl daran gelegen haben, dass zu jener Jahreszeit fast wöchentlich in jedem Dorf ein Fest stattfand. Um dieser Anhäufung von Feierlichkeiten zu umgehen, überlegt man sich ein Fest  im ersten Drittel des Jahres zu veranst

 

Ein Jahr lang standen die Vorbereitungen für das 90-jährige Bestehen des Burschenvereins seit seiner Wiedergründung 1919 an erster Stelle, das vom 12.-14.Juni 2009 mit einem Burschenfest gefeiert wurde.